Negative Empfindungen vs. Frustessen


Nun gut, das kennt ja wirklich jeder von uns.

Der Chef ordert mal wieder Überstunden an, es gab Streit mit dem Partner, die finanzielle Lage sieht gerade nicht so toll aus, man fühlt sich potthäßlich, irgendein Projekt läuft nicht so wie man es sich eigentlich vorgenommen hatte, die "ab Montag mache ich alles besser" Vorsätze wiederholen sich von Woche zu Woche ohne wirkliche Veränderung, man fühlt sich ungerecht behandelt, emotional verletzt, ausgebeutet, energielos, ohne Mut und irgendwie ist einem gerade einfach alles zuviel.

Gerade so schafft man es noch, sich irgenwo im Laden, an der Tanke oder sonst wo etwas zum futtern zu holen und dann gehts los. Noch ein Schokoriegel hier, ein Stück Kuchen dort, vielleicht noch ein leckeres Pastagericht und zum Nachtisch noch ein Stück Kuchen. 

Nahrung kann so wunderbar Gefühle betäuben. Bestenfalls noch vor dem Fernsehgerät oder dem Computer, schön kombiniert mit (s)einer Lieblingsserie. Kopf aus - Mund auf. 

Es ist so einfach.

Sobald der Magen dann absolut nichts mehr aufnehmen kann, die Vorräte alle verzehrt sind und die Gedanken sich langsam aber sicher ein wenig zu normalisieren scheinen, kommt die große Reue und man möchte all das, was geschehen ist, am liebsten sofort wieder rückgängig machen.

Nur: Was wären wir, wenn wir genau solche Empfindungen nicht mehr spüren könnten? Wenn wir wirklich wie ferngesteuerte, gefühllose Zombies durch die Gegend steuern würden, ohne Lebenserfahrung und ohne Ziel? Das Leben besteht aus Emotionen, und das ist auch gut so.

Ich habe lange gebraucht um mir einzugestehen, das Gefühle gelebt werden müssen, um daran innerlich zu wachsen und sich weiter zu entwickeln. Wir sind Menschen und leben mit anderen Menschen zusammen. Wir tauschen uns aus, lieben und werden geliebt und sind miteinander verbunden. Wir sind abhängig von anderen und doch ist es wichtig zu erkennen, das man ein einzigartiges Individuum ist.

Wenn es solche Momente gibt, dann kann ich immer wieder nur empfehlen: Gedanklich abhaken und am nächsten Tag motiviert und mit positiver Einstellung weitermachen. Die Welt dreht sich weiter. Die Sonne wird auch wieder scheinen. Und bessere Zeiten werden ebenfalls wieder auf Dich zukommen.

Sei Du selbst, alle anderen sind schon vergeben. – Oscar Wilde

Kommentare:

  1. Stimmt, das kenne ich auch nur zu gut. Da muss man sich dann nun wirklich nicht so selbst Druck machen. Das Zitat ist klasse.

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  2. Ich kenne das auch gut. Allerdings habe ich für mich heraus gefunden, dass eine Joggingrunde oder ein langer Spaziergang an der frischen Luft sehr helfen. Zuerst mag man sich gar nicht aufraffen, aber wer einmal das Gefühl danach hatte: nämlich wieder gedanklich rein zu sein, geschafft aber dennoch wieder zufrieden, der weiß, dass es sich lohnt. Ich kann das demnach nur empfehlen. Negative Gefühle via Bewegung auspowern, wieder einen klaren Kopf bekommen. Und schon sieht die Welt nicht mehr ganz so düster aus. Und gesund ist es obendrein auch noch.
    Lg Melanie

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  3. Wie recht du hast... danke für den tollen Post!

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Danke für Deine Meinung :)

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